LCL Logo (5 kb)
Kariesrisiko-Test

Testprinzip

Der LCL Karies-Test beruht auf einer selektiven Detektion von Infektionserregern mittels Bindung von Gensonden (Hybridisierung).
Nach Einsendung der Patientenprobe, wird die RNA-Fraktion des Materials in unserem Labor isoliert und auf einer Trägerfolie immobilisiert. Anschließend werden Bakterienart-spezifische DNS-Sonden, bestehend aus z.B. 18 Bausteinen (Basen), zu dem Ansatz gegeben. Ein Material ist danach positiv, wenn eine Hybridisierung erfolgen kann, wenn also die Basenreihenfolge der Sonde (Sequenz) eine 100%ige Komplementarität zu RNA-Sequenzen der pathogenen Bakterien im Material aufweist. Dies ist durchaus zu vergleichen mit einer Tür, deren 18 Schlösser nur dann geöffnet werden können, wenn alle vorhandenen Schlüssel passen (biokey).
Die LCL biokey-Sonden wurden in Ihrer Sequenz sowohl durch Computerrecherche (Vergleich zur entsprechenden Sequenz von 9.000 Bakterienstämmen), als auch durch Laboruntersuchungen mit Referenzbakterien und klinischen Materialien optimiert. Die LCL biokey-Sonden werden ständig aktualisiert, da das Wissen in der Mikrobiologie sich weiterentwickelt. Sie können so sicher sein, daß die Patientenmaterialien konform zum aktuellen Stand der Wissenschaft untersucht werden.
Die LCL biokey-Tests sind sensitiv und können noch 100-1000 Bakterienzellen, auch ohne Primäramplifikation (PCR) oder radioaktive Methoden, nachweisen. Da z.B. eine Plaqueprobe von nur 1 mg bis zu 1 Milliarden Bakterien enthält, kann also ein Anteil von 1/10.000.000 in der Probe spezifisch nachgewiesen werden.
Das Testsystem wird ständig durch Positiv- und Negativkontrollen in Spezifität und Sensitivität gesichert. Zudem wird die LCL biokey GmbH von Wissenschaftlern aus den Bereichen Medizin, Zahnmedizin und Molekularbiologie beraten, die selbst in aktuellen Publikationen zu der Erforschung der Parodontalmikrobiologie und Diagnostik auf internationalem Niveau beigetragen haben.


Kariestest (4 kb)

Für welche Krankheitsbilder bzw. Patienten ist eine Untersuchung der Karies-Leitkeime sinnvoll?

Die Untersuchung der Karies-Markerkeime ist nach dem heutigen Erkenntnisstand für das folgende Patientenklientel besonders sinnvoll:

  • Bei (Klein-)Kindern zur Abschätzung a) des individuellen Kariogenese-Risikos, b) der Notwendigkeit von besonderer Zahnpflege, c) der Notwendigkeit zur Einschränkung des Zuckerkonsums oder d) der Notwendigkeit von Zahn-Zusatzversicherungen.
  • Bei Schwangeren und Müttern von (Klein-)Kindern, um ihr eigenes Risiko, aber auch das Übertragungspotenzial auf das Kind, abzuschätzen.
  • Bei KFO-Patienten
  • Zur Behandlungskontrolle nach restaurativen Massnahmen
  • Für Patienten mit hohem Anspruch im Bereich der Vorsorge und Sicherheit und bei denen KEINE Läsionen klinisch estellt werden konnten.


Wie erfolgt der Nachweis?

Ursächlich für die Karies-Initiation sind Milchsäurebakterien aus der Gruppe der Mutans-Streptokokken (Arten: Streptococcus mutans, S. sobrinus, S. cricetus sowie S. rattus).
Mutans-Streptokokken spalten den "Zucker" (Saccharose, Sucrose: Dimer aus Fructose und Glucose) mit Hilfe des Enzyms Glucosyltransferase und verstoffwechseln den Fructose-Anteil zu aggressiver Milchsäure (pK = 3,08). Sie nutzen ferner den Glucoseanteil zum Aufbau von schwerlöslichem Dextran (in dieser besonders adhärenten Form auch als Mutan bezeichnet), das einen Hauptbestandteil der Plaquematrix bildet. Die Glucosyltransferase der Mutans-Streptokokken kann man daher auch als die hauptsächliche Säure- und Plaquematrix- Fabrik der Mundhöhle bezeichnen.

Das LCL-Kariestestsystem konzentriert sich auf alle Arten von Mutans-Streptokken.

Als Untersuchungs-Materialien dienen ein Watteröllchen (Aufnahme einer Speichelprobe mit Abrieb allgemeiner und kariogener Beläge) und ein gezielter Abstrich (Probenentnahme an auffälligen Schmelzbereichen).

In beiden Testmaterialien erfolgt die selektive Detektion der Markerbakterien mittels Bindung von Gensonden (s.o.).

Ergänzend wird –ohne Aufpreis- auch die Pufferkapazität in der Speichelprobe des Patienten in unserem Labor (titrimetrisch) bestimmt. Denn auch die Ermittlung der Empfindlichkeit des Patienten gegenüber bakteriellen Säuren ist notwendig um einen aussagekräftigen Gesamtbefund zu erstellen.

So kann das Kariesrisiko der Patienten zweifelsfrei und sicher erfasst werden.


Wie kann ich den LCL-Karies-Test bei mir durchführen lassen?

Die Probenentnahme für den LCL-Karies-Test muss in einer zahnärztlichen Praxis erfolgen. Wenden Sie sich daher bitte an Ihre Zahnärztin / Ihren Zahnarzt.